Analyse

Es gibt prinzipiell zwei Möglichkeiten, das Kursgeschehen zu analysieren: mithilfe der technischen und der fundamentalen Analyse. Letztere wollen wir zuerst betrachten und dabei ermitteln, warum Forextrader die technische Analyse präferieren.

Fundamentalanalyse für Forexmärkte

Die Fundamentalanalyse leitet das Geschehen grundsätzlich von fundamentalen Ereignissen ab. Ein Unternehmen wirtschaftet gut, sein Aktienkurs sollte deshalb steigen. Ein Währungsraum wirtschaftet besser als der andere (zum Beispiel die US-Wirtschaft gegen den Euro-Raum), der Dollar sollte daher gegen den Euro steigen. Das klingt zwar einleuchtend, hat aber mehrere Haken:

  • So eindeutig, wie man es gern ableiten würde, verlaufen die Entwicklungen nicht.
  • Währungen tendieren eher zu Swings als zu eindeutigen Trends.
  • Es gibt Beeinflussungen der Währungen untereinander. Man denke Anfang 2017 an den Brexit, die inhomogene Wirtschaft in der Eurozone und die angekündigte Wirtschaftspolitik von Donald Trump. Wie sollen US-Dollar, Euro und britisches Pfund gegeneinander fallen oder steigen?
  • Wenn es fundamentale Auswirkungen des Wirtschaftsgeschehens auf die Währungen gibt, verlaufen sie in längeren Zyklen über Monate und Jahre. Forextrader handeln tendenziell viel kurzfristiger.

Aus diesen Gründen ziehen die meisten Forextrader eher die technische Analyse zurate.

Technische Forex-Analyse

Bei der technischen Analyse betrachten die Trader nur den Kurs und versuchen aus seinem Verlauf die mögliche Entwicklung zu prognostizieren. Dahinter steckt der Gedanke, dass alle fundamentalen Entwicklungen im Kurs eingepreist sind. Dieser Gedanke ist zwar umstritten, wie Kenner des Aktienmarktes genau wissen: Ein Unternehmen kann durchaus manchmal gute Quartalszahlen melden, trotzdem bricht hinterher der Kurs ein. Vielleicht war er zuvor in Erwartung der guten Zahlen gestiegen, anschließend haben professionelle Anleger die Gewinne mitgenommen, der Kurs sank. Auch an der Forex erschließt sich keinesfalls immer der Zusammenhang zwischen bestimmten wirtschaftlichen Entwicklungen und dem Kursgeschehen. Doch das kann für die technische Analyse egal sein, denn bestimmte Kursmuster “funktionieren” durchaus:

  • Aus engen Konsolidierungen bricht der Kurs früher oder später aus.
  • Kurse bilden kurz-, mittel- und langfristige Trends, die sich durch bestimmte Kursformationen wie die 1-2-3-Formation oder mehrere aufeinanderfolgende höhere Hochs oder tiefere Tiefs andeuten.
  • Es gibt durchaus eindeutige Marken von Support und Resistance.

Daraus erschließt sich, dass sich Anleger, die das Forex Trading lernen wollen, sehr intensiv mit der technischen Analyse befassen sollten. Gerade im kurzfristigen Intradaygeschehen lässt es sich damit wesentlich besser handeln als nach Fundamentaldaten, die selten sofort ihre Wirkung entfalten – und wenn, dann oft mit irrationalen, kaum handelbaren Kurssprüngen.