Forex Begriffe

Wer Forex Trading lernen möchte, muss die wichtigsten Forexbegriffe kennen. Sie tauchen im Tradingalltag immer wieder auf, Broker und die Emittenten von Derivaten verwenden sie beispielsweise. Im Folgenden ein Überblick:

Basis- und Kurswährung

Es werden beim Forex-Handel eine Basis- und eine Kurswährung gegeneinander gehandelt. Die Basiswährung wird zuerst genannt, beim Währungspaar EUR/USD wäre das also der Euro. Der aktuelle Kurs des Währungspaares gibt an, wie viele Einheiten der Kurswährung nötig sind, um eine Einheit der Basiswährung zu kaufen. Wenn das Währungspaar EUR/USD mit einem Kurs von 1,10 gehandelt wird, sind 1,10 Dollar nötig, um einen Euro zu kaufen.

Long- und Short-Trades an der Forex

“Long” und “Short” sind generelle Begriffe aus dem Tradingalltag, sie werden für den Handel aller Assets verwendet. “Long” geht ein Trader, wenn er an den steigenden Kurs seines Basiswertes glaubt, im umgekehrten Fall positioniert er sich short. Die Short-Positionierung ist im Aktienhandel durch Leerverkäufe, im Forexhandel durch Verkauf der Basiswährung und in jedem Fall durch ein Short-Derivat möglich. Dessen Preis steigt, wenn der Kurs des Basiswertes sinkt. Wer nun an der Forex long handelt, kauft die Basiswährung, weil diese offensichtlich noch teurer werden könnte. Doch Trader können auch ein Long-Derivat auf das Währungspaar buchen, dessen Wert steigt, wenn die Basiswährung wirklich teurer wird, aus 1,10 beim EUR/USD also beispielsweise 1,11 werden.

Das Forex Pip

Das Pip – die Einheit wird fast nur beim Forex Handel verwendet – ist die Preisveränderung des gehandelten Währungspaares um 0,0001 (vierte Nachkommastelle). Es gibt auch noch genauere Messungen bis zur fünften Nachkommastelle, deren Veränderung dann “Pipette” genannt wird. Von der Pip-Regel gibt es eine Ausnahme beim japanischen Yen durch dessen Währungsverhältnis von ~1:100 zu anderen Majors und Minors. Das Pip entspricht dort nur der Änderung um 0,01.

Was sind Lot, Mini- und Micro-Lots?

1 Lot sind 100.000 Einheiten der Basiswährung. Die großen Marktteilnehmer wie Banken und Großkonzerne handeln Devisen im Millionen- und Milliardenbereich, 1 Lot ist daher eine gängige Größe. 10 Lots (beispielsweise eine Million Euro) können durchaus in einer Transaktion eingesetzt werden, es könnten auch 100 Lots und mehr sein. Private Trader und kleinere Gewerbetreibende nehmen aber praktisch nie so viel Geld in die Hand, weshalb es für sie Mini-Lots (10.000 Einheiten) und Micro-Lots (1.000 Einheiten) gibt. Ob sich dieser Handel mit seinen vergleichsweise geringen Bewegungen gegenüber dem Einsatz von gehebelten Derivaten lohnt, bleibt dahingestellt.

Wie wichtig ist die Positionsgröße beim Forex Handel?

Wie bei jedem Trading ist auch beim Forex Handel die Positionsgröße ziemlich entscheidend. Trader müssen wissen, wie viel sie sich leisten könnten zu verlieren. Dieses Wissen ist übergreifender und richtet sich nicht nur an Anleger, die dasForex Trading lernen möchten. Der Hintergrund: Natürlich sichert sich ein Trader gegen den möglichen Verlust mit einem Stopploss ab. Doch dieser Stopploss sollte an einer logischen Stelle liegen, also beispielsweise unter dem letzten signifikanten Rücksetzer des gehandelten Wertes. Wenn dieser Abstand recht weit entfernt liegt, kann der Trader nur eine kleine Position handeln – so groß, wie es ihm sein Moneymanagement erlaubt. Falls die Spekulation aufgeht und sich der Kurs in die richtige Richtung bewegt, ärgern sich Trader mit kleinen Positionen oft, weil sie mit einer größeren Position viel mehr verdient hätten. Doch von dieser ehernen Regel gibt es keine Abweichung: Riskieren Sie niemals mehr, als Sie sich leisten können.

Margin Calls und Stop Outs

Margin Calls werden von Brokern verlangt, wenn sich eine Position zu sehr ins Minus bewegt und durch das Kapital auf dem Konto des Traders nicht mehr gedeckt wäre. Früher war das üblich, heutzutage operieren Broker kaum noch so. In der Regel können Trader handeln, bis ihr Kapital verschwunden ist. Natürlich könnten sie durch Slippage (Abweichung zwischen Order- und Ausführungskurs) ins Minus über ihre Kapitalisierung hinaus rutschen. Slippage kann in Einzelfällen gigantisch ausfallen. Ein Beispiel am Forexmarkt ergab sich bei der überraschenden Kursfreigabe für den Schweizer Franken durch die SNB (Schweizer Nationalbank) am 15.01.2015, nachdem es zuvor einen Grenzkurs von 1,20 gegen den Euro gegeben hatte. Da der Franken viel zu stark war, verfielen sofort viele Positionen mit einer so hohen Slippage, dass viele Trader enorm viel Geld verloren und einige Broker pleite gingen. Computer können heute viel, auch handeln im Millisekundenbereich, doch diese Lawine konnten sie nicht aufhalten. Normalerweise sichern sich aber Broker gegen solche Ereignisse mit dem sogenannten Stop Out ab – die Programme des Brokers schließen automatisch die Positionen von Tradern, die zu sehr ins Minus laufen.