Cyberversicherung beim Trading

Beim Forextrading gibt es nicht nur Risiken durch das Trading selbst, es drohen auch Gefahren durch Hackerangriffe oder eine Schadsoftware. Hier kann eine Cyberversicherung helfen – vor allem dann, wenn sie entstandene Vermögensschäden abdeckt.

Was leistet eine Cyberversicherung?

Diese fakultative Zusatzversicherung soll Schäden im Zusammenhang mit diversen Cyberrisiken abdecken. Genannt werden bei dieser noch sehr jungen Versicherung vor allem Hacker-Angriffe, DoS-Attacken und Malware, also alle Arten von Schadprogrammen wie Viren und Trojaner. Üblicherweise deckt die Cyberversicherung folgende Schäden ab:

  • Eigenschäden des Kunden, welche dieser durch kriminelle Handlungen anderer Personen im Internet erlitten hat
  • Haftpflichtansprüche von Dritten, wenn beispielsweise vom Kunden durch einen übertragenen Virus auf anderen Rechnern ein Schaden entstanden ist
  • Unterstützung der Datenwiederherstellung beispielsweise nach Virenattacken
  • Schutz durch die nötige Sicherheitssoftware
  • Rechtsberatung (telefonisch) bei Urheberrechtsverletzungen durch den Kunden
  • psychologische Beratung bei Online-Mobbing
  • Kostenerstattung für die Beseitigung von Reputationsschäden

Für das Forextrading sind die Vermögensschäden, die möglichen Haftpflichtansprüche sowie die Unterstützung der Datenwiederherstellung interessant.

Welche Cyberschäden drohen beim Forextrading?

Hackerangriffe werden als größte Gefahr im Internet genannt. Hierbei ist festzustellen, dass bislang Fälle von Hackerangriffen auf Forexbroker nicht bekannt wurden, wohl aber – sehr wichtig zu wissen – auf die Kryptobörsen. Wer also auf einer der einschlägigen Börsen Bitcoin, Ether, Ripple & Co. tauschen möchte, kann sehr gut eine Cyberversicherung gebrauchen und sollte darüber hinaus darauf achten, dass die entsprechende Börse bestens abgesichert ist. Wenn es aber einmal einen erfolgreichen Hackerangriff auf einen Forexbroker gäbe, würde wohl die Gefahr drohen, dass der Angreifer die Bankdaten der Referenzkonten von Kunden ausspäht und missbräuchlich verwendet. Ein weiteres Risiko besteht durch Schadsoftware auf dem eigenen Rechner, die plötzlich die Verbindung zum Broker abbrechen lässt und schlimmstenfalls sogar den Weg zum Server des Brokers findet. Dieser dürfte sich mit eigenen Virenschutzprogrammen umfassend gegen solche Ereignisse schützen, doch bislang verbreiten sich immer wieder Viren und sonstige Malware trotz aller existierenden Sicherheitsprogramme. Der Broker könnte daraufhin den Kunden haftbar machen. Die Cyberversicherung wirkt in so einem Fall als Haftpflichtversicherung für den Kunden. Der Schaden bei einem Broker, der Millionenbeträge verwaltet, könnte immerhin riesig sein. Eher selten werden DoS-Attacken erwähnt, doch diese könnte einen Broker sehr empfindlich treffen und die Leitungen zusammenbrechen lassen – zum Schaden der Kunden. So eine Denial-of-Service-Attacke überlastet eine Internetseite, sodass diese nicht mehr zu erreichen ist. Sollte sich so ein Angriff gegen einen Broker richten, könnten die Kunden keine Orders mehr setzen. Gegen Spam und Phishing hilft die Cyberversicherung ebenfalls. Wenn also dadurch zum Beispiel die Zugangsdaten eines Kunden abgegriffen werden, sollte ihm die Versicherung den entstandenen Schaden ersetzen.

Worauf sollten Trader beim Abschluss einer Cyberversicherung achten?

Wenn es um den Schutz beim Forextrading geht, wäre wohl fast der wichtigste Punkt der Schutz vor Vermögensschäden. Diese entstehen, wenn beispielsweise durch eine Schadsoftware auf dem Rechner des Kunden oder durch eine DoS-Attacke gegen den Broker (gegen die dieser allerdings selbst versichert sein sollte) Orders nicht gesetzt und/oder ausgeführt werden können. Nun ist es allerdings so, dass ein Vermögensschaden durch das verspätete oder nicht erfolgte Setzen einer Order sehr schwer nachzuweisen ist. Es kann um Sekunden gehen. Das wissen alle Trader, die daher sicherlich Bedenken haben, ob die Versicherung gegen Cyberrisiken wirklich solche Schäden anerkennt. Hierzu ist gründliche Recherche und nötigenfalls die direkte Anfrage bei einem entsprechenden Anbieter zu empfehlen. Dort sitzen zwar Fachleute – aber für Versicherungen, sicher auch für Cyberrisiken, aber bestimmt nur selten für die Spezifika des Tradings. Dem Ansprechpartner müsste der Trader dann erklären, dass eine um wenige Sekunden verspätet gesetzte oder nicht ausgeführte Order zu einem Totalverlust der Position führen kann. Es wäre zu erfragen, wie denn im Fall der Fälle der Nachweis zum Schaden zu führen wäre. Möglicherweise verweist aber die Versicherungsgesellschaft darauf, dass man alle Vermögensschäden übernehme und nötigenfalls Fachleute – etwa die beim involvierten Broker – befrage. Dann ist der Abschluss der Versicherung zu empfehlen.