Expert Advisors

Expert Advisors sind „Trading-Roboter“, also automatisch arbeitende Programme für den Handel. Im High Frequency Trading werden sie standardmäßig eingesetzt, sie können Anfang 2017 etwa 10.000 Operationen pro Sekunde ausführen. EAs basieren auf den beschriebenen Indikatoren und bestimmten Tradingstrategien ihrer Programmierer. Theoretisch kann der Trader sie ohne weiteren Eingriff und sogar ohne eine Marktbeobachtung laufen lassen.

Expert Advisors für private Trader

Private Trader werden nicht einen EA programmieren, der 10.000 Operationen pro Sekunde durchführt. Das würde unter anderem sehr viel Kapital erfordern. Doch der MetaTrader ermöglicht auch den Einsatz von Expert Advisors, die teilweise ab Werk vorprogrammiert sind oder vom Trader mit der Programmiersprache MQL geschrieben werden können. Wenn ein Trader also der Auffassung ist, eine bestimmte Tradingstrategie müsse im Großen und Ganzen erfolgreich sein, kann er sie sich mit dem MT4 oder MT5 programmieren. Beispielsweise könnte das Programm vorgeben, dass beim Überschreiten von Vortageshochs (der letzten fünf Tage) der EA einen Call-CFD einbucht, dann sofort einen Verlustbegrenzungsstopp in einem bestimmten Abstand darunter setzt und diesen als Trailingstopp mitlaufen lässt. Das könnte der Trader für 20 verschiedene Devisenpaare programmieren und darauf hoffen, dass ihm dieses Programm einen Gewinn beschert. Zusätzlich wäre es möglich, einen Volatilitätsindikator mit einzubeziehen, der den vernünftigen Abstand zum Stopp und auch die Positionsgröße berechnet.

Expert Advisors als “Geldmaschinen”?

Es gibt nur sehr wenig aussagekräftige Berichte über hohe Gewinne mit EAs, aber es gibt sie. Dem stehen Untersuchungen gegenüber, die solche Programme sehr skeptisch betrachten. Das Problem besteht offensichtlich darin, dass ein Expert Advisor nur den Annahmen des Programmierers folgen kann, die wiederum zu einem mechanischen Handelssystem führen, das für einen begrenzten Zeitraum funktionieren und dann aber versagen kann – typisch für solche Systeme. Der Programmierer müsste das System also immer wieder kontrollieren und nötigenfalls umprogrammieren – eine Mühe, der sich wohl kaum jemand unterzieht. Alternativ könnten die Programme mehreren Algorithmen folgen, und zwar auf engstem Raum – was dann zu den beschriebenen 10.000 Operationen pro Sekunde führt. Für die Annahme, dass Tradingfirmen mit entsprechender Software und sehr viel Kapital genau so operieren, spricht die Tatsache, dass tatsächlich seit etwa 2008 – also seit dem Zeitpunkt der Etablierung von EAs – die Volatilitäten in vielen Werten sinken, vor allem in den Indizes. Auch am Forex Markt sind immer häufiger kleinste Pendelbewegungen im Intradaygeschehen zu beobachten, wo es vor zehn Jahren noch kräftige Trends gab. Letzten Endes weiß niemand, wie erfolgreich Expert Advisors im Dauereinsatz sind. Wenn sie nachhaltig “Geld produzieren”, könnten die entsprechenden Unternehmen die Ergebnisse für sich behalten, um nicht Nachahmer zu animieren. Diese könnten ihnen zwar zunächst nichts von ihren Gewinnen wegnehmen, denn eine Konkurrenz im üblichen Sinne gibt es unter Tradern nicht. Doch der massenhafte Einsatz von Expert Advisors würde die Kurse immer weiter glätten und damit die Programmierung erschweren