Funktionsweise

Das Online Trading ist eine sehr junge Disziplin, sie entstand in den 1990er Jahren zunächst als Mischung zwischen dem telefonischen Aufgeben von Orders – das vorher nur auf dem Parkett möglich gewesen war – und dem Beobachten der Kurse am heimischen Bildschirm. Erst ab etwa 2005 wurde es möglich, direkt die Orders in den Computer einzugeben. Die ersten Jahre waren geprägt von technischen Ausfällen der Broker und des Internets, das damals noch nicht die flächendeckende Telefonflat, die hohen Datendurchsätze und die vergleichsweise hohe Ausfallsicherheit wie gegenwärtig (Stand: 2017) kannte. Des Weiteren kamen zu jener Zeit erst die Derivate (CFDs, Knock-outs) auf, die heute den Forex Handel dominieren. Die Broker, die noch überwiegend an traditionelle Banken angeschlossen waren, verlangten von Neueinsteigern zudem einen Nachweis, dass sich diese mit solchen Derivaten auskennen. Nur so wurden die Trader in die entsprechende Risikoklasse eingestuft. Eigentlich verlangen die MiFID-Richtlinien der EU auch heute noch solche Nachweise, dennoch sind die Hürden für den Einstieg sehr viel niedriger geworden. All das klingt wie Geschichten aus einer prähistorischen Vorzeit, dabei ist es gerade erst ein reichliches Jahrzehnt her. Wer heute das Forex Trading lernen möchte, sollte wissen, dass er sich in einem blutjungen Geschäftsfeld bewegt. Das betrifft unter anderem der Erfahrungen der beteiligten Broker, auf die wir als Trader nun mal zwingend angewiesen sind.

Arbeitsabläufe beim Online-Trading

Online-Trader benötigen weder ein Büro noch Arbeitskleidung, der heimische Computer genügt. Auch ist heute der mobile Zugriff auf die Brokerplattformen per App möglich, allerdings eignet sich dieser eher für Trading von Binären Optionen, die lediglich durch einen Tipp auf den Button eingebucht werden. Im Forex- und CFD-Bereich müssen Stopps nachgezogen werden, das ist auf dem kleinen Display eines Smartphones schwierig. Ein Tablet wäre schon eher geeignet. Wie der Trader exakt seine Arbeitsabläufe gestaltet, hängt von seinem gewählten Zeithorizont ab. Beim Positionstrading würde es theoretisch genügen, einmal täglich die Positionen zu überprüfen. Nur wenige Trader entscheiden sich aber dafür wegen der möglichen Verluste durch Gaps (siehe nächster Abschnitt). Daytrader können scalpen, dabei gehen sie täglich 100 bis 200 Positionen ein und schließen sie wieder nach einem geringfügigen Gewinn oder Verlust. Das ist ein kräftezehrender Fulltime-Job, der zudem eine hohe Kapitalisierung voraussetzt (siehe letzter Abschnitt). Die meisten Daytrader halten Positionen mindestens einige Minuten und vielfach über viele Stunden bis zum Ende der Handelssession oder bis zum Ausstoppen. Zwischenzeitlich beobachten sie die Stopps einer eingebuchten Position und weitere Werte. Wenn sich Stopps im Gewinn befinden, können sie durchaus eine Pause machen.

Sollten Trader nach einem Gewinn beim Online-Trading die Session beenden?

Diese Frage lässt sich heiß diskutieren. Profi-Trader gehen so eher nicht vor. Sie halten ihre Session durch und suchen immer wieder nach neuen Gelegenheiten, was im Forex-Bereich bei den vielen Währungspaaren immer möglich ist. Wer das Forex Trading zunächst lernen möchte, sollte beachten, dass sowohl Verluste als auch Gewinne relativ starke Emotionen auslösen. Diese können das Urteilsvermögen beeinträchtigen. Der Ärger nach einem Verlust und die Euphorie nach einem Gewinn könnten den Anleger in der Folge zu Fehlentscheidungen verleiten, deren häufigste darin besteht, das nächste mögliche Setup für einen Trade nicht gründlich genug zu überprüfen. Damit wäre ein Verlust vorprogrammiert. Aus diesem Grund lässt sich durchaus folgender Ratschlag geben: Wenn Sie zunächst das Forex Trading lernen möchten, dann beenden Sie nach einem Gewinn die heutige Handelssession – es sei denn, Sie finden noch eine Gelegenheit, von der Sie 100%ig überzeugt sind.