Hebel beim Forexhandel

Man sollte sich im vornherein mit gehebelten Derivaten auseinandersetzen, wenn man das Forex Trading lernen möchte. Private Trader werden nur selten im Lot-Bereich handeln. Die Broker und Banken als Emittenten stellen daher gehebelte Derivate zur Verfügung. Das können CFDs und auch Knock-outs oder klassische Optionsscheine sein. Eine Sonderform sind die Binären Optionen, die gänzlich anders funktionieren und nichts mit dem sonst üblichen Hebel zu tun haben. Ihre Funktionsweise soll daher an dieser Stelle nicht behandelt werden.

Grundsätzliches zum Hebel beim Devisenhandel

Beim Handel mit einem gehebelten Derivat bewegt der Trader ein Vielfaches des tatsächlich eingesetzten Kapitals. Beim Hebel 1:100, wie er oft üblich ist, würde der Trader mit 100 Euro Einsatz 10.000 Euro bewegen. Der Broker “leiht” ihm fiktiv das Kapital. Theoretisch begründet wird das mit dem sogenannten Marginprinzip: Die Margin ist dasjenige Kapital, das der Trader zum Handel wirklich aufbringen muss und das im beschriebenen Fall nur ein Prozent der bewegten Summe betragen würde. Durch diese gewaltige Hebelwirkung lässt sich eine beachtliche Forexperformance erzielen. Hierbei ist aber zu beachten, dass dies auch für die möglichen Verluste gilt.

Wie funktioniert das Trading mit gehebelten Derivaten?

Abgesehen von dieser theoretischen Überlegung muss der Trader in der Praxis des Forexhandels nur den Preis seines gebuchten Derivats beobachten, der sich im beschriebenen Fall im Verhältnis von 1:100 zum Basispreis bewegt. Dieser wäre der Preis des gehandelten Währungspaares. Die Hebel sind aber nicht immer leicht erkennbar, auch wenn Broker sie scheinbar transparent ausweisen. Sie hängen nämlich vom Kurs des Basiswertes ab. Sobald sich dieser verändert, was ständig geschieht, ändert sich auch der Hebel des Derivats, dessen Preis sich in Wahrheit auf eine Knock-out-Schwelle bezieht. Die Relationen sind daher oft nicht leicht auszurechnen. Eine Veränderung von einem Pip im Basispreis könnte eine Preisveränderung von 1,00 Euro oder auch 1,60 Euro bedeuten. Beliebige andere Relationen sind auch möglich. Muss der Trader das wissen? – Nicht unbedingt. Es wäre komfortabel, wenn ein Pip stets ein Euro im Derivat entspräche. Bei Derivaten auf den Dax gehen die Emittenten so vor, ein Punkt Kursveränderung bedeutet fast immer einen Euro Preisunterschied beim Derivat. Doch handeln lässt es sich auch ohne die genaue Kenntnis dieser Relationen. Der Trader sollte einfach die Kursveränderung seines Derivats beobachten und nach einer Chartsoftware suchen, die diese Kursveränderungen auch über den Zeitraum von einer Woche, einem Monat und länger genau darstellt. Einfach ist das schon deshalb nicht, weil täglich neue Derivate konstruiert werden, um auf die Preisveränderungen der Basiswerte zu reagieren. Das Trading mit Derivaten funktioniert gut über den visuellen Abgleich, nötigenfalls beobachtet der Trader die Derivate- und Basiswertkurse gleichzeitig.