Management

Das Risiko- und Moneymanagement ist zentral, wenn Sie das Forex Trading lernen möchten. Es ist für jede Geldanlage zentral. Der Grundgedanke hierbei lautet: Wohin die Kurse gehen, können Sie keinesfalls steuern. Selbst eine genaue Prognose ist nicht möglich, es gibt nur Wahrscheinlichkeiten und Einstiegssignale. Doch das maximale Verlustrisiko können Sie absolut steuern, nämlich durch das Setzen eines Stopps und durch die angemessene Positionsgröße. Sie managen damit Ihr Risiko pro Position und Ihr Geld im Ganzen.

Ansätze beim Risiko- und Moneymanagement

Es gibt gedanklich grundsätzlich die beiden Ansätze,

  • immer denselben Betrag einzusetzen und somit zu riskieren (Basisansatz) oder
  • einen gewissen Prozentsatz des Gesamtkapitals einzusetzen (Fixed Ratio Ansatz).

Der Fixed Ratio Ansatz führt zu höheren Gewinnen, wenn die Handelsstrategie insgesamt erfolgreich ist. Von dieser muss der Trader jedoch überzeugt sein, was nicht selbstverständlich ist. Es gibt mechanische Handelssysteme, die über lange Zeiträume gut funktionieren und dann versagen. Wenn der Trader den Fixed Ratio Ansatz gewählt und somit sein Kapital kumuliert hat, wächst im besten Fall der Kapitalstand, damit wird auch immer mehr riskiert. Sollte nun ein mechanisches System nach einiger Zeit versagen (zum Beispiel nach ein bis zwei Jahren), könnte der Fixed Ratio Ansatz zur Kapitalvernichtung führen.

Zwei zentrale Problemstellungen beim Risiko- und Moneymanagement

Es ergeben sich zwei zentrale Problemstellungen, die sich allein mit einer Berechnung des Tradingkapitals, der Positionsgröße und eines vernünftigen Stopplossmanagements (das auch die Splittung in mehrere Kauf- und Verkaufsstopps beinhaltet) nicht klären lassen. Sie lauten:

  • Wie sieht eine auf Dauer erfolgreiche Handelsstrategie aus, mit der ein Trader unbesorgt der Fixed Ratio Ansatz durchführen kann?
  • Was ist eigentlich die oft zitierte Summe, die sich der Trader leisten kann zu verlieren?

Zum ersten Punkt folgen später Ausführungen, wenn es um Tradingstrategien für die Forex geht. Der zweite Punkt ist höchst umstritten und heikel. Theoretisch ließe sich sagen, maßgebend sei das Kapital auf dem Tradingkonto. Doch dieses Kapital kann ein Trader jederzeit auffüllen, er kann es auch für private Zwecke entnehmen. Beides geschieht in der Praxis und hat Konsequenzen. Aus eben diesen Gründen ist ewiges Demotrading sehr problematisch. Wenn Sie das Forex Trading lernen möchten, müssen Sie echtes Geld in die Hand nehmen, sonst haben Sie auf Dauer garantiert keinen Erfolg. Ein real finanziell handelnder Mensch kann nämlich

  • Sparkonten auflösen sowie Lebens- und Rentenversicherungen, Autos, sonstige Güter und schließlich Haus und Hof verkaufen, um weiter traden zu können (bis er komplett pleite ist und sich sein Umfeld vollständig von ihm abwendet) und ebenso
  • nach kleineren Tradinggewinnen sofort die Überschüsse entnehmen mit dem Ergebnis, dass er niemals kumuliert, der Fixed Ratio Ansatz also ein überflüssiges Gedankenspiel bleibt.

Letzteres geschieht, wenn ein Trader mit einer ausgewogenen Handelsstrategie und dem Fixed Ratio Ansatz sein Kapital eine Weile kumuliert, sich durch überwiegende Gewinne versus wenige Verluste über immer mehr Kapital auf dem Tradingkonto gefreut und schließlich einen Punkt erreicht hat, an dem er pro Trade mit Summen operiert, die er – zumindest als Bargeld – noch nie in seinem Leben in der Hand hatte. Plötzlich setzt er 50.000 Euro pro Trade ein, vielleicht ist er zu diesem Zeitpunkt ein Gewerbetreibender, dessen Nettoeinkommen monatlich um 5.000 Euro beträgt. Nun riskiert er beim Derivatetrading 10 % pro Trade (kann vernünftig sein) und verliert aufgrund der Positionsgröße doch einmal 5.000 Euro.

Wenn er einen schlechten Tag hat, seine Geschäfte als Gewerbetreibender auch gerade suboptimal laufen und seine Frau gerade mit ihm darüber sprach, ob die Familie nicht für 5.000 € in den Sommerurlaub fahren könne, wird das unserem Trader möglicherweise so sehr leid tun, dass er den Fixed Ratio Ansatz an dieser Stelle aufgibt. Künftig entnimmt er überwiegend seine Gewinne und kumuliert nur noch behutsam. Schade. Er hätte in einem Jahr mehrfacher Millionär sein können. Das Fazit der Geschichte lautet: Es gibt keine fixe Summe, “die Sie sich leisten können zu verlieren”. Diese Entscheidung treffen Sie eigentlich mit jedem Trade neu. Wenn es für diese Angelegenheit einen Ratschlag gibt, so lautet dieser: Verkaufen Sie weder Haus noch Hof, fahren Sie mit Ihrer Familie in den Urlaub und legen Sie ein wenig Bargeld unter die Teppichkante.