Nachschusspflicht

Wer das Forex Trading lernen möchte und an dieser Stelle schon motiviert genug ist, sich um ein Brokerkonto zu kümmern, könnte über die Warnung vor einer möglichen Nachschusspflicht stolpern. Broker verweisen pflichtgemäß darauf und könnten im Fall einer ganz außerordentlichen Slippage, wie sie oben beschrieben wurde, theoretisch wirklich einen Nachschuss vom Trader einfordern. Der Fall würde sich so darstellen:

Überproportionale Risiken durch Nachschüsse

Der Trader hat ein Derivat gebucht, er hat sogar einen Stopploss 10 % unter seinem Einstiegskurs gesetzt. Nun stürzt der Kurs crashartig ab, und zwar nicht nur an seinem Stopploss vorbei, sondern sogar unter die K.o.-Schwelle des Derivats. Der Verlust ist höher als der Preis des Derivats, die Nachschusspflicht wurde aber nicht explizit ausgeschlossen. In diesem Extremfall könnte der Broker vom Trader einen Margin Call verlangen (siehe oben), das geschieht aber nur sehr, sehr selten.

Ein äußerst seltener Fall

In Europa sind solche Fälle seit den 2000er Jahren nicht mehr publik geworden. Inzwischen gehen viele Broker den Weg, dass sie in ihren AGB die Nachschusspflicht explizit ausschließen. Das Risiko bleibt damit auf den eingesetzten Preis des Derivats beschränkt. Für das Auslösen der gesetzten Stopps garantiert aber niemand, mit Slippage müssen Trader immer rechnen. Sie kann durchaus 30, 70 und auch über 100 Punkte oder Pips betragen. Im normalen Handelsgeschehen (bei mindestens 99,9 % aller Trades) liegt sie bei höchstens ein bis zwei Pips und kommt oft überhaupt nicht vor. Es gibt sogar positive Slippage zugunsten des Traders.